Fortinet oder Cisco Meraki?
Beide Hersteller bauen gute Netze – mit unterschiedlichen Vorstellungen davon, wie man sie verwaltet und bezahlt. Ich bin Partner von beiden. Hier steht, worin sie sich unterscheiden und wann ich was empfehle.
Der Vergleich
| Kriterium | Fortinet | Cisco Meraki |
|---|---|---|
| Verwaltung | Direkt auf der FortiGate über Weboberfläche oder Kommandozeile. Zentral für mehrere Geräte optional über FortiGate Cloud oder FortiManager. | Ausschließlich über das Meraki-Dashboard in der Cloud. Keine lokale Konfigurationsoberfläche im üblichen Sinn. |
| Switche und WLAN | FortiSwitch und FortiAP werden über die FortiGate verwaltet. Netze und Regeln liegen an einer Stelle. | Switche und Access Points im selben Dashboard wie die Firewall, mit guter Übersicht über alle Geräte. |
| Lizenzen | Support und Security-Dienste als Abo. Grundfunktionen laufen ohne Abo weiter; Firmware-Updates setzen einen Support-Vertrag voraus. | Für jedes Gerät ist eine Lizenz nötig. Ohne gültige Lizenz stellen die Geräte nach einer Übergangsfrist den Betrieb ein. |
| Sicherheitsfunktionen | Sehr umfangreich: Angriffserkennung, Web- und Anwendungsfilter, Virenschutz, SSL-Inspektion, Zero-Trust-Zugriff. | Solide mit der Advanced-Security-Lizenz: Angriffserkennung, Inhaltsfilter, Schutz vor Schadsoftware. Weniger Stellschrauben. |
| Mehrere Standorte | SD-WAN ist in FortiOS eingebaut und lässt sich fein steuern. Die Einrichtung braucht mehr Planung. | Auto VPN verbindet Standorte über das Dashboard nahezu automatisch. Neue Filialen sind schnell eingebunden. |
| Für Ihre eigene IT | Mehr Tiefe und mehr Möglichkeiten. Lohnt sich, wenn jemand im Haus sich einarbeiten möchte. | Sehr übersichtlich, auch für Teams ohne Netzwerkspezialisten. |
| Typischer Einsatz | Ein bis wenige Standorte mit hohem Sicherheitsanspruch, Zulieferer mit NIS2-Anforderungen, Produktion. | Verteilte Standorte, Filialen, Betriebe mit wenig IT vor Ort. |
Wann ich was empfehle
Eher Fortinet, wenn …
- Sicherheit und Nachweisbarkeit im Vordergrund stehen
- Sie die Verwaltung nicht von einer Cloud-Plattform abhängig machen wollen
- Firewall, Switche und WLAN aus einer Oberfläche gesteuert werden sollen
- das Budget über die Laufzeit wichtiger ist als die Einrichtungszeit
Eher Meraki, wenn …
- mehrere Standorte einheitlich und schnell angebunden werden sollen
- vor Ort niemand ist, der sich tief in Netzwerktechnik einarbeiten will
- Sie jederzeit im Browser sehen möchten, was im Netz passiert
- planbare Lizenzlaufzeiten für Sie in Ordnung sind
Gemischte Umgebungen – etwa eine FortiGate als Firewall mit Meraki-WLAN – sind möglich und laufen bei manchen Kunden gut. Sie bedeuten aber zwei Oberflächen und zwei Lizenzwelten. Ich rate dazu nur, wenn es einen Grund gibt, etwa vorhandene Hardware.
Häufige Fragen
Kann man Fortinet und Meraki kombinieren?
Ja. Häufig ist eine FortiGate als Firewall mit Meraki-Switches und -Access-Points kombiniert. Das funktioniert gut, bedeutet aber zwei Verwaltungsoberflächen. Wer alles an einer Stelle haben möchte, bleibt besser bei einem Hersteller.
Was passiert, wenn eine Meraki-Lizenz ausläuft?
Meraki-Geräte benötigen eine gültige Lizenz. Läuft sie aus und wird nicht verlängert, stellen die Geräte nach einer Übergangsfrist den Betrieb ein. Die Laufzeiten gehören deshalb in jede Wartungsplanung.
Was passiert, wenn bei einer FortiGate die Lizenz ausläuft?
Die Grundfunktionen wie Routing, Firewall-Regeln und VPN laufen weiter. Ohne aktive Security-Dienste werden aber Signaturen und Filter nicht mehr aktualisiert, und ohne Support-Vertrag gibt es keine Firmware-Updates.
Welcher Hersteller ist günstiger?
Das hängt von Gerätezahl, Laufzeit und gewünschten Security-Diensten ab. Ich rechne beide Varianten über die gesamte Laufzeit, inklusive Lizenzen, und lege die Zahlen nebeneinander.
Beide Varianten nebeneinander rechnen?
Ich stelle Ihnen beide Lösungen mit Hardware und Lizenzen über die gesamte Laufzeit gegenüber – auf Basis Ihres Netzes, nicht eines Katalogs.